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Es steht die Aufgabe, die Vorgehensweise der durchgängigen Produktentwicklung, wie sie im Maschinenbau umgesetzt wird, für den Bauprozess methodisch aufzubereiten und mit einem gezielten Einsatz von Software Engineering anwendbar zu machen.

Das zu entwickelnde frameworkbasierte Softwaresystem wird an der Nahtstelle zwischen Bautechnologie und Maschinenbau eine neue Arbeitsweise auf Baustellen in Deutschland und auch im internationalen Maßstab durchsetzen. Davon werden sowohl die Bauwirtschaft als auch die Branche der Baumaschinenindustrie profitieren.

Als Demonstrationsbeispiel wurde das Betonieren mittels Autobetonpumpe gewählt. Aufbauend auf Auto-CAD werden Module zur Betonierplanerstellung und zur Festlegung der maschinellen Einbringstrategie entwickelt. Die so generierten Daten werden als XML-File wahlweise an das Framework übergeben. Hier findet die Simulation des Maschineneinsatzes statt, in deren Ergebnis die Funktionalität des Betonierplans und der Einbringstrategie überprüft werden kann. Probleme im Maschineneinsatz die sich sonst erst auf der Baustelle aufzeigen können somit im Vorfeld erkannt und durch Überarbeitung des Betonierplans und der Einbringstrategie gelöst werden.

Nach Abschluss dieses Optimierungsvorgangs kann die Umsetzung auf die reale Maschine erfolgen, wo die Rolle eines Maschinenführers gegenwärtig darin besteht, die Maschine nach Anweisungen von Dritten manuell zu steuern.

Mit dem neuartigen Softwaresystem werden die Maschinenbediener unmittelbar in den Gesamtablauf der Baustellenfertigung einbezogen. Erstmals erhalten sie nicht nur verbal die konkreten Anweisungen zum lokalen Arbeitsvorgang sondern wesentlich mehr Informationen zum Fertigungsprozess des Bauobjekts. Damit müssen sie natürlich auch eine wesentlich größere Menge an Informationen verarbeiten. Das stellt an die Gestaltung der Benutzeroberfläche des Softwareframeworks enorm hohe Anforderungen. Die Software muss die Bediener beim Steuern und Beobachten der Prozesszustände, beim Führen der Maschinen und der Kommunikation unterstützen sowie situationsgerecht die für den jeweils aktuellen Prozesszustand relevanten Informationen - und möglichst nur diese - bereitstellen.

Die Maschinenbediener werden dadurch vordergründig zu "Controllern", indem sie die von Fachplanern erstellten Technologien im maschinellen Baustellenfertigungsprozess überwachen und gegebenenfalls manuell korrigieren. Das stellt zweifelsohne auch an die Gestaltung der Mensch-Maschine-Kommunikation neue Anforderungen. Eine umfassende Erforschung dieser Problematik würde den Rahmen des beantragten Projektes bei Weitem sprengen. Bei der Gestaltung der Schnittstelle zum Benutzer sind jedoch auf jeden Fall entsprechende Aspekte der Usability zu berücksichtigen und umzusetzen.

Letzte Änderung: 24.02.2011    Andreas Maas