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Vorwort
Elektrische Antriebe in mobilen Maschinen
Innovationspotential für unsere Branche
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Prof. Dr.-Ing. habil. Günter Kunze
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Ich möchte auf das Thema "Elektromobilität" in der Ausgabe 01/2011 verweisen, wo es darum ging, unsere Branche überhaupt zu sensibilisieren. "Alle Welt" thematisiert diese Entwicklungsrichtung immer im Zusammenhang mit Energieeffizienz und nur langsam kristallisiert sich neben der politischen Deutung auch die technische Substanz für uns heraus. Dazu haben in den letzten Wochen zwei Veranstaltungen beigetragen, die von mir besucht wurden:
- Kongress des Forum ElektroMobilität vom 31.05 bis 01.06. 2011 in Berlin und das
- Kolloquium Elektrische Antriebe in der Landtechnik vom 05.06. bis 06.06. 2011 in Wieselburg/Österreich.
Die Aussagen und Ergebnisse aus beiden Veranstaltungen sollen nachstehend in Kurzform zusammengefasst werden:
- Politisch wird in den nächsten 3 Jahren in Deutschland auf Forschung in 5 Schwerpunkten orientiert, in deren Ergebnis "Schaufensterlösungen" entstehen sollen und wofür eine Förderung von rd. 1 Mrd. EURO bereitsteht.
- In den Forschungsprojekten soll auf technisch und wirtschaftlich Machbares orientiert werden, um die wirtschaftliche Refinanzierung am Markt in den Erfolgsjahren nicht aus den Augen zu verlieren.
- Die Nutzfahrzeuge und mobilen Arbeitsmaschinen aus unserer Branche sind in den Förderinstrumenten nicht ausgespart, auch wenn der Focus (Programmbezug) meist auf "Fahrzeuge" orientiert.
- Die Antwort auf die Frage: "Was bringt uns die Elektrik an Effizienz (Energie, Emission, Kosten)?" wurde in den genannten Veranstaltungen nicht beantwortet - es ist aus heutigem Erkenntnisstand auch noch keine eindeutige Antwort zu erwarten.
- Alle Entwicklungsbemühungen haben keinen Zweck, wenn die antriebstechnischen Konzepte nicht mit Standardisierung, Ausbildung, Sicherheit, Speicherung, Rekuperation, Bildung von Systemschnittstellen etc. einhergehen.
- Es ist erkennbar, dass in den nächsten 15 bis 20 Jahren der Verbrennungsmotor als einzige Antriebsquelle in unserer Branche verbleiben wird.
- Es ist unter den Teilnehmern unbestritten, dass zukünftige Innovationen auch in unserer Branche einen Schwerpunkt auf dem Gebiet der Elektronik und Elektrotechnik haben werden. Parallel dazu wird es auch wichtige Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Hydrostatik und Mechanik geben. Es macht also nur Sinn, sich mit gründlicher Analyse der eigenen Antriebslösungen zwecks Zieloptimierung zu befassen.
- Die Veranstaltungen haben mit ihren zahlreichen Beteiligungen gezeigt, dass das Interesse der Industrie (OEM und Komponentenhersteller) sehr groß ist. Alle Industriebeiträge gaben den ernsthaften Willen zur "Elektrifizierung" zu erkennen. In den meisten Fällen konnte der "richtige" Weg für praxistaugliche Lösungen noch nicht eindeutig aufgezeigt werden. Neben der Energieeffizienz hat in vielen Anwendungen vor allem die elektrische Durchgängigkeit in der Systemarchitektur einer Maschine die entscheidende Innovationsrolle gespielt.
- An vielen Beispielen konnte festgestellt werden, dass die Technologie der "Elektrifizierung" eigentlich technisch verfügbar ist - selbst unter den rauen Bedingungen unseres Maschineneinsatzes. Vielmehr besteht die Herausforderung für zukünftige Entwicklungsstrategien darin, eine eigene und geeignete Systemlösung zu schaffen (Risiken).
Man darf nicht aufhören, sich der Thematik "Elektrifizierung" oder "Elektromobilität" zu stellen, sie birgt garantiert Innovationspotential für unsere Branche.
Herzlichst Ihr

Link zum Vorwort der Ausgabe 01/2011 "Elektromobilität"
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